Geschichte

Über die Entstehung des Ducatitreffens Tengling

Alle, die sich schon gefragt haben, wie die Idee eines Treffens von roten Motorrädern in Tengling entstanden sein könnte, gibts hier die wahre Geschichte in voller Länge!

Es war einmal in einer Zeit in der eine Yamaha FZ 750 zu den Höllengeräten gehörte, eine Kawasaki GPZ 600 nicht das hielt was sie versprach und BMW Motorräder nicht annähernd irgendeinem Schönheitsideal entsprachen aber zumindest die Getriebe noch länger hielten als ihre Fahrer.

Die Leistungen waren meist bei 98PS gecancelt nur Exoten kamen über 100PS darüber wobei man dazu allerdings das nötige Kleingeld für die Versicherungen brauchte.

Eben zu jener Zeit wurden einige Freunde vom Melcher Peter (alles bis dahin "eingefleischte" Japaner Fahrer) vom Ducati Virus angesteckt.

Es dauerte nicht lange bis eine 900 SS in unserem Dorf den Einzug hielt – gefolgt von einigen anderen. Zugeben – schöne Motorräder – jedoch mit einer Macke: Sehr teurer Kundendienst und oft immens lange Standzeiten bei Ausfahrten weil man wieder einmal eine Schraube verlor oder das Bike bockte (daher der Name "Bock" - Anm. d. Red.).

Ja es war eine schöne Zeit – der gemeine Nicht-Ducati Fahrer hatte immer wieder was zum derblecken und unsere Ducatisti´s wuchsen mit dem immer wieder auftretenden Spott über sich selbst hinaus. Zu leicht und schnell vergaßen Sie ihre Ausfälle, die Treffen in den Werkstätten und die mangelnde Zuverlässigkeit bezüglich dieser Marke.

Angestachelt durch nicht näher bekannte Mengen Alkohol und dem Tenglinger Wettkönig Melcher P. kamen die Tenglinger Ducatistis zum Entschluss, dass ein Ducati-Treffen dem Ort gut anstehen würde. Das Japaner-Lager, vertreten durch Peter hielt prompt dagegen und forderte die "Roten" mit der Behauptung heraus, dass sie es nicht schaffen würden, 50 Maschinen vor Ort zu schaffen, die aus eigener Kraft die Anfahrt zu meistern hatten.

Nach vielen Telefonaten mit den umliegenden Ducati-Besitzern und Werkstätten, kam man überein, dass anstatt 50 nur noch 15 aufkreuzen sollten, diese mussten aber gleichzeitig anwesend sein und in Reih und Gleid stehen.

Der Vertrag wurde abgeschlossen, ein Japaner gegen 4 Ducatistis, auf dem Spiel standen 100ltr. Bier und viel Ehre! 

Das Wetter blieb den Italo-Freunden hold und so stellten sich an einem schönen Samstag im August - sehr zum Bedauern von Peter - insgesamt 16 Ducatis ein. Freilich zahlte also der Herausforderer die vereinbarten 100ltr. Bier, wenn er auch im Nachgang hat feststellen müssen, dass drei Ducatis von Händlern geliehen waren - wahre Freunde finden ist eben schwer!

Nichtdestotrotz wurde bis tief in die Nacht mit Getränken und dazugehöriger Musik der Sieg der Technik gebührend gefeiert! 

Die Feuertaufe war aber bestanden und nachdem alle am Ende glücklich (und ob der 100ltr. auch ein wenig benebelt) waren, wurde das Fest noch etliche Male wiederholt.

Wie die nachfolgenden Schriftstücke beweisen, ließen sich beide Seiten in den daruf folgenden Jahren zu ähnlichen Wetten hinreißen, wenn auch mit unterschiedlichem Inhalt und Ergebnis:   

 

Vertrag 2003Tengling 12.10.03

 

Ducati Treffen 2004

 

Wenn am Ducati Treffen  2004, 50 Motorräder derselben Marke aus eigener Kraft ankommen, gelobe ich Peter Seehuber an den hiesigen Treffen tatkräftig und leider auch im gleichen Outfit welches die Veranstalter auch tragen mit zu helfen  und diese auch finanziell anteilig zu gleichen Teilen unterstützen.

(PS: 50 anwesende Maschinen bis 22 Uhr, davon müssen 25 Stück einmal im Laufe des Tagen gleichzeitig vor Ort gewesen sein)

Sollten nicht 50 Motorräder der Marke Ducati am Treffen teilnehmen geloben die Veranstalter  Erich, Wolfe, Fuachtmina, Domei, dass

sie am Dolomiten Ausflug 3 Tage mit Honda T-shirts und Kappe bekleidet rumfahren und beim Stichwort "Honda" mit dem Satz

           "Honda ist Super"

ergänzen.

 

Ergebnis:

2004 war ein schlechtes Jahr für die Ducatisti, Lediglich 43 Ducatifahrer samt Maschine ließen sich im Laufe des Tages blicken.

Der Wettgegner Peter hatte einen wunderschönen Ausflug in die Dolomiten mit seiner Honda Fireblade. Ihm wurde immer wieder gehuldigt – und Honda kann man gar nicht oft genug sagen.

 

Der Schock saß tief, es dauerte immerhin bis zum Jahre 2005, bis man sich auf eine erneute Herausforderung einließ:  

Tengling 19.06.2005 Vertrag1 2005

 

Der Vertrag 2005

Kontrahenten:

  1. Die Ducati-Treffen Macher bestehend noch aus

Koller E, Weber T., Seurer W.                     (PS: das waren auch schon mal mehr)

Und

  1. Das halb dynamische Duo – Thaler -50%iger wegen BMW und Melcher 100% (KTM)

Unsere bekannten Ducati Fest Veranstalter behaupten heute am 19.06.2005, dass am Ducati Treffen 2005 mindestens 49 Ducatis aus eigener Kraft zum Treffen erscheinen. Thaler und Melcher behaupten, dass dieses Ziel nie erreicht werden wird, da sich zu viele Ducatis in den Werkstätten vergnügen.

Der Verlierer hat an der Törggelen Feier 2005 für die flüssige Nahrung zu sorgen (ca. 7 Kasten Bier und etliche Flaschen Wein – Wert ca. 226€)

Die an der Törggelenfeier verzehrte Nahrung wird von allen Anwesenden zu gleichen Teilen aufgeteilt.

Gelesen und damit einverstanden erklärt

Tengling 12.06.2005

 

PS: Vier Duc´s dürfen mit dem Anhänger angereist werden (zu Schauzwecken)

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Ergebniss:

Auch das Jahr 2005 war für unsere Ducatisti ein schlechtes Jahr. Das Treffen war ein wenig verregnet. So kamen gerade mal 23 Ducatis aus der Werkstatt raus. – aber die Feierlichkeit war trotzdem schön – und wenn´s nix kostet schmeckts einfach doppelt so gut. – Danke Ducatisti´s

 

Aufgrund der schwindenden Anzahl der Ducati Besitzer, der sinkenden Hoffnung ob es die richtige Marke ist - auch bestimmt nicht das Selbstvertrauen stärkend, die immer wieder verlorenen Wetten - ließen sich die verbliebenen Ducatisti´s mit den Gegnern zu einem letzten Vertrag mit einfachster wahrscheinlich erreichbarer Zielsetzung ein.

 

Tengling: 28.12.2005 Vertrag2 2005

 

Ducati Treffen 2006

 

Seurer Wolfe versucht 2006 mindesten 8 Duc´s 916, 996 oder 998 am Duc Treffen am selben Tag, am selben Ort zusammen zu bringen.

 Diese wird schriftlich durch eine neutrale Person (z.B. Thaler) überwacht!

Sollte Seurer dies nicht zu Stande bringen, zahlt er der Gemeinschaft 30ltr trinkbares Bier.

PS: Sollte Seuerer es schaffen, zahlt natürlich Peter Seehuber die 30ltr. Bier.

 

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Ergebniss:

Tja nicht jeder Tag ist Sonntag. Die 8 Duc´s wurden natürlich leicht geschafft, und das Bier wieder einmal miteinander vertrunken.

Mittlerweile hat sich Wettkönig Melcher P. selbst dem Ducaten-Lager angeschlossen. Das Fieber begann mit dem Buch "Die schönsten Italienischen Motorräder" auszubrechen, das er von seiner werten Gemahlin zu Weihnachten geschenkt bekam. Schon kurz darauf konnte er eine  70er Laverda 750SF sein eigen nennen und etwas später folgte eine 80er 900SS Königswelle. Weitere Wetteinsätze wurden somit hinfällig, da alle Beteiligten nunmehr mit der Reparatur der fahrbahren Untersätze voll beschäftigt sind, damit zum nächsten Fest alles wieder bereitsteht...

Wie weit der Virus schon fortgeschritten ist, zeigt sich an der Tatsache, dass sich Peter nun 1. Vorstand der Motoradfreunde Tengleing nennen darf. Es darf aber vom derzeitigen Japanerlager bezweifelt werden, ob er den Verein schon beim Treffen 2012 über die 100er Hürde führen kann... man wird sehen...